Reine Formsache

Mit ATK kann man schon spektakuläre Sachen machen – verständlich, dass Grundlagen wie die Kata da manchmal etwas in Vergessenheit geraten. Zu Unrecht, wie Claude Weiland findet. Was es bringt, sich intensiv mit den Formen zu beschäftigen, wie man das am sinnvollsten tut, und natürlich wie die ATK-Kata lehrbuchmäßig aussehen sollten, verriet er bei seinem Kata-Workshop in Bochum.

Diesmal gab es keine feuchten Keller, finstere Gestalten oder sonstige widrige Umstände zu überwinden, dennoch dürften viele Teilnehmer einige Überraschungen erlebt haben. Zum Beispiel die Erkenntnis, dass die verschiedenen ATK-Kata mehr gemeinsam haben, als es auf den ersten Blick scheint: Wie bei jeder Kata kommt es auch im ATK stets auf die drei Elemente Form (Technik), Anwendung und Einstellung an. Die innere Einstellung zum Kampf oder zum Stil, die richtige Selbsteinschätzung und vollkommene Konzentration sind für eine gelungene Messerkata schließlich genauso wichtig wie für die Atemkraftkata. Zum Lehren und Lernen der Techniken gab Claude ein paar Tipps, damit jeder die Formen künftig vorwärts und rückwärts, blind, spiegelverkehrt und im Schlaf beherrscht – und das meint Claude ernst! Wem das zu rigide ist, der lasse sich zum Nachdenken über die Inhalte der Kata einladen: Man sollte schon wissen, wie der vorgegebene Weg auszusehen hat, aber von dort aus bleibt immer Raum für eigene Interpretationen. Deshalb ist eine intensive Beschäftigung mit den Kata auch die beste Voraussetzung, um schließlich selbst freie Formen zu entwickeln, mit denen man in der nächsten Danprüfung Techniken, Anwendung und innere Einstellung vorbildlich unter Beweis stellen kann.

Es ist also zu erwarten, dass in Folge des Workshops die ATK-Kata und Claudes kreative Trainingsmethoden groß in Mode kommen. Und wer keine Zeit hatte, nach Bochum zu fahren, und nun befürchtet, dem Kata-Standard meilenweit hinterher zu hinken, der frage erstens jemanden, der dort war, und zweitens einen Karateka seines Vertrauens – einige der Kata-Übungstipps sind dort nämlich schon lange zu Hause.

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