Shotokan ist einer der weltweit am weitesten verbreiteten Kampfsportstile. Die japanische Bezeichnung „Karate“ läßt zwei Übersetzungen zu: „leere Hände“ oder „Kunst aus China“. Letztere wurde in Japan bis 1937 gebraucht, die erste ist bis heute die übliche Bedeutung des Wortes. Sie charakterisiert Karate als Kampfsystem mit leeren, also waffenlosen Händen. Die vorherrschenden Techniken sind Stöße und Schläge mit den Gliedmaßen des menschlichen Körpers. Es gibt dabei eine Vielzahl an auftreffenden Flächen, die durch Übungen am „Makiwara“, dem Schlagpolster oder Schlagstock, abgehärtet und unempfindlich gemacht werden. Dazu gehören die Seiten und Knöchel der Hand und des Fußes sowie der Kopf, Unterarme, Ellenbogen, Schienbeine und Knie. Das Studium des Karate verbindet auf diese Weise Körperbeherrschung mit einem ausgefeilten Angriffs- und Verteidigungssystem.

ImageÄußere Kennzeichen des Shotokan sind tiefe, stabile Stände und schnelle, kraftvolle Techniken. Kaum ein anderer Karatestil offenbart die Ästhetik und Dynamik in der Bewegung, die im Shotokan-Ryu unterrichtet wird. Dabei gehören drei wesentliche Bereiche zur Ausbildung des Karateka. Die überlieferten Kata sind Kampfformen gegen imaginäre Gegner, die dem Schüler Technik und Bewegungsgefühl, aber auch den Sinn hinter der Form vermitteln sollen. Der Wettkampf lehrt schnelle Reaktionen und spontane Anwendung der Techniken am Partner, die zuvor in verschiedenen Formen des Kihon (Angriff und Abwehr mit Partner) trainiert werden. Die Selbstverteidigung schließlich wendet die Prinzipien des Karate auf eine reale Verteidigungssituation an.

Das Shotokan-Karate ist eine Schöpfung der zweiten japanischen Schülergeneration von Gichin Funakoshi, die sich zum Ziel gesetzt hatte, Karate als Sport zu verbreiten. Initiatoren dieser Bewegung waren Masatoshi Nakayama und Hidetaka Nishiyama, die es im Laufe der letzten fünfzig Jahre geschafft haben, Karate zu einer der bekanntesten Kampfsportarten mit einem hohen sportlichen Niveau zu machen.

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