Die frühen Ursprünge des Judo spiegeln sich in der Geschichte des Jiu-Jitsu wider, das seine Wurzeln im frühen japanischen Zweikampf hat. Die frühen Ursprünge des Judo spiegeln sich in der Geschichte des Jiu-Jitsu wider, das seine Wurzeln im frühen japanischen Zweikampf hat. Dessen Entwicklung wurde in frühester Zeit durch den natürlichen Wunsch der Menschen nach gegenseitigen Kraftproben sowie durch kultische Handlungen eingeleitet und in der folgenden Zeit durch den Einsatz in militärischen Konfrontationen stetig vorangetrieben. Auf diesem Wege entstanden in vielen Regionen der Welt ähnliche Kampfmethoden, die sich unterschiedlich entwickelten. So etablierte sich im Mittelmeerraum, ausgehend von Ägypten, das Ringen, während auch in China Formen waffenloser, kraftbetonter Kampftechniken auftraten. Die für das Judo relevanten Methoden entwickelten sich demgegenüber in Japan, wo das Sumo als frühe Ringkampfform entstand.

Erste historisch gesicherte Ereignisse, die eine Kampfkunst dieser Art in Japan dokumentieren, fanden im ersten vorchristlichen Jahrhundert statt. Die Kampfmethoden dieser Zeit werden nach zwei Teilgebieten unterschieden: das „Bu-Gi“ dient als Kriegskunst militärischen Zwecken, während das „Kyo-Gi“ als Wettkampf bei Vorführungen zur Anwendung kommt. Ende des 16. Jahrhunderts ist die Etablierung eines Kampfsystems belegt, welches „Jiu-Jitsu“ genannt wird und eine direkte Vorform heutiger Jiu-Jitsu-Formen darstellt. Einen entscheidenden Impuls erhält die Entwicklung dieser Kampfkunst durch ein Waffenverbot, das zu Beginn des 17. Jahrhunderts am Hofe verhängt wird und über 60 Jahre Bestand hat. Nach dieser Periode bestehen in Japan über 700 individuelle Kampfstile, die eine Basis für die spätere Vielfalt des Jiu-Jitsu bieten.

Im Jahre 1868 bedingt die Meiji-Restauration ein Ende des japanischen Feudalismus und der Herrschaft der Samurai-Clans. Die traditionellen japanischen Werte verlieren daraufhin im Volk zunehmend an Bedeutung, als sich das Land international öffnet. Dieser Umbruch hat auch den zunehmenden Verfall der klassischen Kampfkünste zur Folge, die in folgender Zeit fast in Vergessenheit geraten.

Image1876 bereist Erwin Bälz Japan, doziert an der Universität in Tokyo und erforscht nebenbei die alten japanischen Kampfkünste. Seinem Ansporn folgend beginnt sein Student Jigoro Kano ebenfalls mit dem Studium des klassischen Jiu-Jitsu. Er kombiniert verschiedene Stile, wählt von allen nur effektive, aber ungefährliche Techniken aus und fügt sie in ein neu geordnetes System ein, das er „Kodokan Judo“ nennt.

Kanos Stil erhält eine systematische Prüfungsordnung sowie feste Wettkampfregeln und steigt in den folgenden Jahren zu einem beliebten und geschätzten Sport auf, der zu erzieherischen Zwecken an allen japanischen Schulen eingeführt wird.

Im 20. Jahrhundert werden Jiu-Jitsu und Judo durch Kano und andere Meister in der ganzen Welt verbreitet und finden großen Zuspruch. In Deutschland wird das Jiu-Jitsu von Erich Rahn begründet und dient zur Ausbildung von Militär und Polizei. Es folgen zahlreiche Vereins- und Organisationsgründungen in ganz Deutschland und Europa, sowie erste überregionale und internationale Wettkämpfe. Nach einem Verbot, das zwischen 1945 und 1948 durch die Alliierten erlassen wird, gewinnt Judo in den fünfziger Jahren wieder an Popularität, gelangt in die Lehrpläne einiger Schulen und wird 1964 für Herren, 1992 auch für Frauen olympisch.

Menü schließen